Stemwede, Deutschland – Für das Infypower chargebyte e-Rally Team stand am vergangenen Wochenende die siebte Station des ADAC Opel Electric Rally Cups 2025 auf dem Programm: die Rallye Stemweder Berg. Nach nur 2 Wochen Pause von der Rallye Mont-Blanc ging es bereits am Donnerstag mit einem privaten Test los, um sich nach den selektiven und flüssigen Prüfungen in Frankreich wieder auf die besonderen Herausforderungen in Deutschland einzustimmen. Die Prüfungen im Norden des Landes sind geprägt von zahlreichen 90-Grad-Abzweigen. Ein ganz anderer Rhythmus. Alle elf eingeschriebenen Meisterschaftsteams waren am Start.
Der Freitagabend begann mit vier Wertungsprüfungen, die ohne Service absolviert werden mussten. Lediglich eine Ladepause war vorgesehen. Das bedeutete: Reifenstrategie war entscheidend. „Wir hatten bei der letzten Rallye in Frankreich mit einer Mischbereifung bei Regen, also vorne Regenreifen und hinten Slicks, kein gutes Gefühl gehabt. Deshalb haben wir uns entschieden, die Regenreifen diesmal komplett beiseite zu legen und nur Slicks als Ersatzreifen mitzunehmen“, erklärte Co-Pilot Maximilian Kugler. Zunächst schien die Entscheidung richtig: Die erste Schleife am frühen Abend blieb trocken. Doch zum zweiten Durchgang, der um 20:30 Uhr im Dunkeln startete, änderte sich alles. Pünktlich zum Start der Nachtprüfung setzte starker Regen ein. Fahrer Johannes Wittenbeck schildert: „Das sind ja fast die härtesten Bedingungen: Regen, Nacht und nur mit Slicks unterwegs. Eigentlich sind wir da meistens zu vorsichtig, sodass wir sehr viel Zeit auf unsere Konkurrenten verlieren. Aber wir konnten die Herausforderung sehr gut meistern und den Abstand zu den Bestzeiten weiterhin halten. Damit waren wir sehr zufrieden.“ Am Ende des Tages lag das Duo auf dem 8. Gesamtrang – eine gute Ausgangslage, um den 7. Platz in der Meisterschaft zu verteidigen.
Am Samstag setzten Wittenbeck/Kugler ihre solide Fahrt fort und profitierten zusätzlich vom Pech des deutschen Teams Lemke/Gräfe, die mit einem Antriebswellenschaden ausfielen und zur letzten Prüfung wieder einstiegen. Damit rückten die Bayern auf Rang 7 vor und hielten diese Position souverän bis ins Ziel. Ein Vergleich mit den Zeiten des Vorjahres zeigte zudem eine deutliche Steigerung des Teams. Ein positives Signal. Auf der abschließenden Power Stage wollte das Duo noch einmal angreifen. Die Prüfung gelang fast perfekt, das Tempo war hoch, lediglich ein kleiner Ausrutscher in einen Graben auf den letzten 600 Metern kostete Sekunden. Doch auch ohne diesen Patzer hätte die Zeit nicht für die Top 5 gereicht, um zusätzliche Meisterschaftspunkte mitzunehmen. In der Gesamtwertung blieb es somit beim 7. Platz. „In der Meisterschaft können wir mit dem verbleibenden Rennen vermutlich keinen Platz mehr gut machen. Aber wir wollen unseren 7. Platz unbedingt verteidigen“, so Kugler.
Spannend bleibt es auch an der Tabellenspitze: Nach drei Siegen in Folge kamen die belgischen Titelanwärter Tom Heindrichs und Jonas Schmitz diesmal nicht über Rang 4 hinaus und verloren wichtige Zähler. Den Sieg sicherte sich erstmals das niederländische Nationalteam Fabian Kamermans und Stefan Müller, Zweite wurden Kilian Nierenz und Milena Raithel, Platz 3 ging an die spanischen Cup-Leader Álex Español und Borja Odriozola. Español holte zudem den Sieg auf der Power Stage, während Heindrichs dort lediglich die sechstschnellste Zeit fuhr und leer ausging. Damit reist das spanische Duo mit einem Vorsprung von 12 Punkten auf die Belgier zum großen Saisonfinale, der Central European Rally im Rahmen der WRC in Hauzenberg vom 17. bis 19. Oktober.

